Bericht aus einem Tages Alphalive-Kurs in Liestal BL
Categoria: Alphalive
Seit 1999 wird in Liestal BL jedes Jahr ein Alphalive-Kurs nicht am Abend, sondern tagsüber durchgeführt. Im September 2011 treffen wir uns mit den beiden Hauptleiterinnen und drei ihrer ehemaligen Kursgästen zum Mittagessen.
Es ist eine muntere Schar, gerade haben sie wieder einen Kurs begonnen und erzählen begeistert von einer neuen Kleingruppe für ältere Männer. Leute, die abends nicht an einem Kurs teilnehmen können, schätzen den Tageskurs sehr. Einmal nahmen drei Fitnesstrainer teil, da der Morgenkurs für ihren Terminkalender besser geeignet war. Und am letzten Kurs nahm ein knapp 80-jähriger Mann teil, der während des Kurses so aufblühte, dass die Leiter seines Altersheims fragten, was der Kurs mit ihm denn angestellt hätte! Er selber durfte sich kurz vor seinem Tod mit seiner ganzen Familie versöhnen. Dies war ihm durch den Kursbesuch zu einem grossen Anliegen geworden.
Beim Mittagessen erzählen Ursi, Radka und Myrtha über ihre Entdeckungsreise zu Gott und welche Rolle Alphalive darin spielte.
Ursi wurde von einer Nachbarin vor über sieben Jahre zum ersten Mal in den Kurs eingeladen. Da hatte sie jedoch keine Zeit dafür. Sie pflegte ihren schwerkranken Ehemann, der kurz darauf starb. Ursi fand auch später keine Zeit, obwohl sie eigentlich gerne mehr über die Bibel wissen wollte. Sie fragte sich, warum deren Inhalt unsere Gesellschaftswerte so stark prägte. Ursi investierte ihr Leben in eine neue Beziehung, in ihren Arbeitsplatz und in verschiedene Chöre als Sängerin.
Etwa fünf Jahre später lag sie wegen einer akuten Darmerkrankung im Notfall. Die Ärzte empfahlen ihr eine Operation. Aber sie wollte nicht einwilligen, da dies ihre geplante Kreuzfahrt zu ihrem fünfzigsten Geburtstag verunmöglichen würde. Sie musste aber im Spital bleiben, nur hatten sie im Moment kein freies Zimmer. Deshalb wurde sie ins Badezimmer geschoben. Aus unerklärlichen Gründen ging Ursi dort übers Wochenende „vergessen“. Ursi erinnert sich kaum noch an diese Tage, sie schwebte in einem Traumzustand und das Pflegepersonal merkte nicht, dass sie in Lebensgefahr war. Am Montagmorgen erwachte sie aus diesem Zustand in der Meinung, gestorben zu sein. Die Umgebung des Badezimmers erinnerte sie jedoch schnell daran, dass sie noch immer im Spital war. In dieser Nahtod-Erfahrung spürte sie Gottes starke Liebe für sie und ihr war klar, dass ihr ein „neues“ Leben geschenkt wurde. Dies bestätigten auch die Ärzte , welche verwundert bemerkten, dass der Darmdurchbruch sich selber geheilt hatte. Ursi nahm dieses „Zeichen von oben“ ernst und bat ihren langjährigen Freund während der Kreuzfahrt um seine Hand. Ein paar Monate später heirateten sie unter dem Motto „Gott ist die Liebe“. Der Pfarrer, welcher die Trauung vollzog, übergab ihnen eine Bibel mit der Bitte sie nicht verstauben zu lassen. Ursi wusste, dass bald ein weiterer Alphalive-Kurs beginnen würde und um diese Bibel besser kennen zu lernen, besuchte sie den Kurs. Als in der Kursmitte der Tag zum Thema „Heiliger Geist“ stattfand, erlebte sie, wie Gottes Liebe sie neu füllte. Dieses Erlebnis löste in ihr den Wunsch aus, Jesus Christus in ihr Leben einzulassen. Heute hilft sie selber in den Alphalive-Kursen vor Ort mit. Sie erlebt im Alltag immer wieder, dass die geschenkte Liebe ihr Leben und Handeln bestimmt.
Radka, Mutter von zwei Kindern, zog nach der Trennung von ihrem Partner in die Nachbarschaft einer Familie mit Kindern im ähnlichen Alter. Sie hatte schon vom Alphalive-Kurs gehört, wusste jedoch nicht genau, was dies war. Als sie herausfand, dass die Nachbarin etwas mit dem christlichen Glauben zu tun hatte, dachte sie, dass diese ihr vielleicht mehr Informationen dazu geben könnte. Radka wollte endlich mehr über die Bibel erfahren und fragte sich, ob dieser Kurs ihr darin helfen würde.
Für Radka wurde der kurz darauf beginnende Alphalive-Kurs zu einem Ort der Erholung: Mit dem angebotenen Kinderprogramm war auch für das jüngere Kind gesorgt. Sie erlebte an diesen Donnerstagmorgen einen tiefen Frieden, der ihr in ihrem sonst sorgenvollen Alltag entgegen trat. Mit beginnendem Burnout, Sorgen um die Arbeitsstelle und Überforderung als alleinerziehende Mutter halfen die gefundenen Freundschaften ihr, den Boden unter den Füssen nicht ganz zu verlieren. Jedes Mal wenn sie in Tränen ausbrach, schien es ihr, dass sie Gottes Friede erfüllte und ihr Geist Raum zum Atmen hatte.
Der Kurs und die darauffolgenden Treffen halfen ihr, Jesus besser kennen zu lernen. Heute erlebt sie immer wieder, wie Gott in ihr Leben hinein spricht. Sei es bei der Wohnungssuche oder wenn es um Fragen der Kinderhandelt. Radka findet die Bibel faszinierend und merkt, wie ihr Glauben wächst.
Myrtha hört mit ihren 78 Jahren ruhig zu. Als sie zu erzählen beginnt, spüren wir die Energie, welche dieses Leben voran getrieben hat. Viele Schicksalsschläge haben ihr Leben geprägt. Mit einem behinderten Bruder wächst sie auf, ihr eigener Sohn verletzte sich als Teenager bei einem Badeunfall und ist seither Tetraplegiker, ihre Schwester hatte bis zu ihrem Tod Alkoholprobleme. Heute pflegt Myrtha ihren Ehemann. In den letzten Jahren spürte sie, wie sie innerlich zerbrach und keine Kraft mehr hatte - aber Myrtha wollte nicht einfach aufgeben. In diesem Zusammenhang, erzählt sie mit einem Schmunzeln, empfahl ihr die Arztgehilfin einen Alphalive-Kurs. Da die Arztgehilfin auch selber teilnehmen wollte, fand Myrtha, könne sie dem Ganzen vertrauen und ging auch mit. Anfangs hatte sie etwas Angst, das Ganze könnte eine Sekte sein. Da der Kurs aber von verschiedenen Kirchen beworben wurde, verflog diese Angst schnell. In den folgenden Wochen merkte Myrtha, wie ihre Beziehung zu Gott neu erwachte. Als Kind hatte sie zusammen mit ihrer Grossmutter ein Gebet gesprochen, in welchen sie ihr Leben Gott anvertraute. Myrtha meint, ihr Glaube sei eingeschlafen und der Alphalive-Kurs habe ihn neu geweckt. Sie habe den persönlich kennengelernt, an den sie von Kind an geglaubt habe. Diese neue Glaubensbeziehung gibt ihr Kraft für den Alltag. „Ich habe Schwestern gefunden und mit ihnen entdecke ich, wie Gott in meinem Leben mir Raum schafft. Es sind Zeiten, in denen ich meine Seele baumeln lassen kann.“ Spannend findet sie, dass ihr neuer Lebensmut ihre Kinder und Enkelkinder anregt, ihr Fragen zu Gott zu stellen. Natürlich ist sie auch im jetzt laufenden Kurs dabei und betet mit anderen dafür, dass auch diese Teilnehmer den Frieden mit Gott entdecken können.
Die fröhliche Frauenrunde löst sich nach dem Mittagessen auf, wir konnten erleben, dass hier Freundschaften entstanden sind, Lebenssinn gefunden wurde und Gottes Wunder im Alltag stattfinden. Danke für eure Offenheit im Gespräch!
Peter Markwalder und Rachel Stoessel
